Servicerobotik im demografischen Wandel: Anforderungen und Akzeptanz älterer Menschen


Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung bringt eine Fülle von Möglichkeiten zu einer individuellen Lebensgestaltung, jedoch steigt auch die Wahrscheinlichkeit, im Aller hilfe- oder pflege-bedürftig zu werden. Es stellt sich die Frage, ob die Robotik eine erfolgversprechende Strategie sein könnte, die selbständige Lebensführung älterer Menschen zu unterstützen, die Angehörigen in ihrer Sorge zu entlasten und den Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft zu kompensieren.


Serviceroboter könnten – so die Vision - die Lücke schließen zwischen einer kon-tinuierlich alternden Bevölkerung, der zunehmenden Zahl von hochaltrigen und unterstützungsbedürftigen Menschen, der rückläufigen Erwerbsbevölkerung und dem Mangel an Pflegekräften. Die künftige Generation von Robotern wird im direkten Umfeld der Menschen eingesetzt werden können. Hier müssen sich Serviceroboter auf unerwartete Umstände einstellen können und jenseits des normalen Ablaufes agieren.


Sie können nicht vorgefertigte Programme abspulen, sondern müssen Situationen bewerten, Entscheidungen treffen und – zunehmend – autonom handeln. Wie werden ältere Menschen, ihre Angehörigen und die Beschäftigten in der ambulanen und stationären Pflege auf autonom agierende technische Systeme reagieren? Werden ältere Menschen Roboterassistenten genauso akzeptieren und selbstverständlich benutzen wie Waschvollautomaten oder Spülmaschinen oder werden sie ein Zusammenleben mit autonom agierenden Assistenten ablehnen? Werden ältere Menschen Roboterassistenten genauso akzeptieren und selbstverständlich benutzen wie Waschvollautomaten oder Spülmaschinen oder werden sie ein Zusammenleben mit autonom agierenden Assistenten ablehnen?


Aktuell werden mehr als zwei Drittel der unterstützungs- und pflegebedürftigen alten Menschen zu Hause, zumeist von ihren Angehörigen versorgt. Jedoch sinkt die Bereitschaft jüngerer Familienmitglieder für die Versorgung älterer Verwandter finanziell und durch alltägliches Engagement aufzukommen, ein Grund hierfür sind die mit der Betreuung und Sorge verbundenen Belastungen: Könnte die Servicerobotik dazu beitragen, diese Belastungen zu reduzieren? Pflegende Angehörige werden unterstützt von ambulanten Pflegediensten.


Jedoch ist dieses Unterstätzungssystem massiv von Fachkräftemangel betroffen, das auch durch die Anwerbung von Arbeitsmigranten kaum zu kompensieren sein wird. Können Roboter dazu beitragen, diesen Fachkräftemangel zu kompensieren?

Die Anzahl der Heime nimmt zu, die technische Unterstützung für die Pflege ein-setzen, seien es software-basierte Pflegedokumentationen, intelligente Notruf-einrichtungen oder technische Assistenzsysteme wie Sturzmatten/-detektoren, Gesundheitsmonitoring oder automatische Beleuchtungssysteme. Könnten die Heime durch Roboter weiter entlastet werden? Wie können Roboterassistenten eingesetzt werden, um die Belastungen der Pflegekräfte zu reduzieren und dennoch die menschliche Seite der Pflege zu stärken? Wie werden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörige auf Heime reagieren, in denen Serviceroboter ihren Dienst tun? Macht dies die Heime attraktiver oder schreckt es die Kunden eher ab?
Die Servicerobotik für ältere Menschen wird zukünftig nur dann eine Chance haben, wenn heute schon sozial- und kulturwissenschaftliche sowie ethische Fragen diskutiert werden. Die sozialwissenschaftliche Technikforschung hat in den letzten beiden Jahrzehnten gezeigt, wie hilfreich es sein kann, frühzeitig den Nutzer ins Zentrum der Forschungsanstrengungen zu stellen. Das SIBIS Institut arbeitet daran, dass auch bei der Entwicklung der Servicerobotik die Anforderungen der Menschen stärker aufgegriffen werden - dann können von der Robotik Impulse für die Herausforderungen des demographischen Wandels ausgehen.

Als Zugang zum Thema wählen wir die Perspektive der Nutzer, also die älteren Menschen selbst, flankiert von den Personengruppen, auf die sie mit zunehmendem Alter vermehrt angewiesen sind: Angehörige, Freunde, Beschäftigte aus der ambulanten und stationären Pflege sowie therapeuten aus der gesundheitlichen therapie und Rehabilitation. Uns interessieren folgende Fragen.

Uns interessieren folgende Fragen:

  • Wie ist die Akzeptanz der Robotik für Ältere? Unterscheidet sich die Einschätzung der älteren Menschen von den Personengruppen, die für ihrer Betreuung zuständig sind?
  • Welche Anwendungen der Robotik, könnten für ältere Menschen nützlich sein? Und wie wird dieser Nutzen dieser Anwendungen von den Betroffenen selbst bewertet?
  • Was sind akzeptanzfördernde und – hemmende Faktoren für die Verwendung von Servicerobotern bei älteren Menschen?
  • Welche Erwartungen habe sie an das Verhalten der Roboter? Gibt es Verhaltensrichtlinien für Roboter, die ihrer Akzeptanz bei den Nutzern förderlich sind?


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